00:00:01: Zeit zum Reden.
00:00:28: Hallo und herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörern zu einer kernten Spezialausgabe!
00:00:34: Mein Kollege Patrick Schuster war vor Ort im wunderschönen Kärnten und wir tauchen jetzt mit ihm ein in eine neue Welt voll schöner Begegnungen, inspirierender Impulse und ganz tollen Gesprächen.
00:00:47: Ich wünsche viel Hörvergnügen!
00:00:52: Es gibt Orte an denen sich die Perspektive verändert – nicht nur der Blick auf die Landschaft sondern auch den Blick auf uns selbst.
00:00:59: Oben am Berg scheint vieles plötzlich einfacher.
00:01:01: Der Alltag wird kleiner, der Kopf wird freier und die Natur erinnert uns daran wieder im Moment anzukommen.
00:01:08: Vielleicht ist genau das die besondere Kraft deiner Berg-Auszeit?
00:01:11: Sie führen uns nicht nur nach oben sondern auch zurück zu uns selbst.
00:01:15: Erwin Berger beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dieser Verbindung zwischen Mensch und Berg.
00:01:19: Als Gastgeber und Pionier des Mantenressort Feuerberg hat er einen Ort geschaffen, an dem ein Spannung Bewegung und Naturerlebnis miteinander verschmelzen.
00:01:27: Was der Berg mit uns macht, warum echte Erholung manchmal Höhenmeter braucht und wie eine Auszeit auf Kärntenrisch gelingt.
00:01:33: Darüber sprechen wir jetzt!
00:01:35: Hallo Erwin.
00:01:36: Hallo Patrick.
00:01:37: Ich
00:01:37: sage zunächst einmal die Frage, wir sind hier auf knapp eighteenhundert Meter.
00:01:40: Mit jeder Kehre, den man hier rauf wird Dein Ressort wird das Panorama schöner?
00:01:46: Wird der Blick eigentlich je alt?
00:01:50: Du triffst einen ganz guten Punkt.
00:01:52: Ich bin seit über vierzig Jahren hierher oben Und ich erinnere mich noch einmal, das war einige Jahre her.
00:01:59: Wir haben ja auch immer so Mönche, Philosophen und Therapeuten bei uns als spezielle Gäste die mit unseren Gästen arbeiten.
00:02:06: Ich hatte jahrelang einen tibetischen Möncher und ich war auf der Terrasse draußen und habe so in das Land geschaut.
00:02:12: und dann ist er zu mir gekommen und hat gesagt du Erwin weißt überhaupt was du für einen besonderen Ort hast?
00:02:18: Und ich dachte mir naja ok schöner Ort aber was meint er jetzt wirklich?
00:02:23: Und dann hat man ein bisschen die Eigenart des Ortes klargemacht, dass intibet unten belastete Menschen von den Llamas genau an solche Orte gebracht werden wegen der Weite.
00:02:35: Ich glaube das ist es auch was Haroben diesen Ort ausmacht und man mag sich gar nicht davon trennen.
00:02:42: Es ist das eine das was man sieht aber das andere ist eigentlich die Weite die so öffnet.
00:02:46: Du wirst nicht glauben, wer uns heute hier im Berg begrüßt hat.
00:02:49: Das war nämlich Lama.
00:02:50: Sie sind gerade bei einer Lama-Warnbarung zurückgekommen.
00:02:52: Ja so will dazu und was ich auch gleich aufgreifen möchte sind die Philosophen, die hier zu Gast sind und auch deinen Tibetischen Mönch.
00:02:59: Wenn man nämlich deine Philosophie rund um den Feuerberg betrachtet dann fällt sofort auf dass der Berg hier nicht einfach nur Kulisse sondern ein wichtiger Teil des Erlebnis ist.
00:03:08: Was bedeutet denn der Berg für dich persönlich?
00:03:10: Hier die Gerlitzen das Herz Kerntens.
00:03:12: Also ganz persönlich gesprochen für mich war eine Aufgabe.
00:03:16: Ich habe ja eigentlich in Wien studiert und Wirtschaftsstudierter, aber viel mehr Musik gemacht.
00:03:20: Und irgendwie ist dann der Ruf erfolgt den älterlichen Betrieb zu übernehmen.
00:03:27: Das war gar nicht so leicht.
00:03:28: Es war eine schwere Entscheidung.
00:03:29: Aber ich bin diesem Ruf gefolgt und es als Aufgabe zu nehmen persönlich Verantwortung zu übernähmen das war das was der Berg für mich selbst bedeutet.
00:03:40: Eigentlich ein Lebensort geworden Der, wenn ich ihn auch am Anfang nicht unbedingt freiwillig gewählt habe dann letztendlich doch ein Ort war der mir so geholfen hat all das zu entfalten was in mir eigentlich grundgelegt war.
00:03:54: In wie viel Generation übernimmst du jetzt die Verantwortung?
00:03:58: Also eben in der vierten Generation und mittlerweile hat ja mein Sohn schon das Ressort übernommen.
00:04:04: Wie hat sich denn damals seine einfachen Allwirtschaft heraus des Mountain-Ressorts Feuerberg entwickelt?
00:04:11: Naja, bewegt die Geschichte.
00:04:12: Wir sind ja mittlerweile... Also nächstes Jahr im Juli am siebten, siebte, siebenundzwanzig feiern wir hundertzwanzige Jahre Bergeralben und zwanziger Jahre Schauberg also hundert zwanzig jahre Vergangenheit.
00:04:24: der Urgroßvater war Holzhändler-Bauer und hat sich hier oben mit Hütten ein Refugium geschaffen und das ist so die Albumhütten.
00:04:31: Die hat er sich als auch als leidenschaftlicher Jäger so ein bisschen, als seine damalige Auszeit offensichtlich geschaffen und das war sehr bewegt herum.
00:04:41: Das ist eine sehr lustig.
00:04:42: Zugang in was man hört nicht immer ganz stumm rein.
00:04:46: Und das waren die Hütten.
00:04:47: gibt es übrigens eine lustige Geschichte muss ich erzählen, handelte sich da hundert Jahre feier einen alten Prospekt ausgegraben.
00:04:56: Da ist gestanden Bergerhütten Görlitzn Alpe, siebzehntezig Meter Getränke vorhanden, aufmerksame Bedienung.
00:05:05: Und jetzt kommt bequeme Anreise zu Fuß in drei Stunden vom Bodensdorf.
00:05:12: Das war die Hütte damals und da hat meine Großmutter, der Großvater ist durch einen tragischen Unfall zu früh aus dem Leben gerufen worden und die Großmuter war dann fünfzig Jahre lang.
00:05:23: hüten wir den heroben.
00:05:25: Aber die letzten zwanzig Jahre davon hat mein Vater schon ein Hotel gebaut und mein Vater war echter Pionier.
00:05:31: Es war nichts heroben, es war kein Wasser, keine Straße, kein Licht, nichts!
00:05:36: Man hat damals mit Maltieren eben diese Getränke die vorhanden waren raufgebracht täglich eineinhalb Stunden zu Fuß.
00:05:42: also ist ein bisschen schneller marschiert als die Touristen.
00:05:45: Und der Vater hat dann zuerst seine Seilbahn gebaut Dann die Straße gebaut Und hier heroben eigentlich den ersten Hoteldrag, das waren vier, sieben.
00:05:53: Er war kein Bagger, nichts heroben.
00:05:55: Da haben wir mit der Hand den Keller ausgegraben und weil es nicht so weiter runterkommen sind in den Felsen, ist das Hotel halt zu einem Halbstock herausgestanden.
00:06:03: Gibt's das Bild?
00:06:04: Es schaut ganz wild aus – überhaupt nicht romantisch!
00:06:07: Aber er war ein richtiger Pionier und hat dann ein paar Hoteltrakte gebaut bis zum kleinen Berghotel.
00:06:15: bis in die Anfang der Achtzigerjahre, wo ich dann übernommen habe mit der Großmutter geführt hat.
00:06:20: Und du hast es ja maßgeblich weiterentwickelt und auch geprägt?
00:06:23: Gab es da einen Moment, wo du dir gedacht hast, dieser Ort soll mehr sein als ein klassisches Urlaubshotel?
00:06:31: Ja also der erste Modus war Überlebensmodus weil wir den Betrieb übernomen, der war außer kaputt nur kaputt.
00:06:35: Der Ort war immer schön aber der Betrieb war kaputt.
00:06:41: Wir waren der Kinderhotels Österreich in den Achtzigerjahren, bewegte Geschichte dann zehn Jahre im Betrieb gemacht.
00:06:48: Dann bin ich raus und sind Investoren hereingekommen.
00:06:51: Die haben mit der TUI zusammen mit dem Deutschen Reiseveranstalter ein Projekt gemacht.
00:06:55: das hat nicht funktioniert.
00:06:56: Ich konnte in dieser Zeit ein bisschen vom Berg runter die Familie gründen.
00:07:00: alles wunderbar.
00:07:01: im Nachhinein betrachtet hat sich das so ergeben also richtig gut.
00:07:06: Und dann, wie wir das zwei Sieben wieder übernommen haben und quasi in Feuerberg umgewandelt mit neuen Investitionen, neuem Branding, neu im Inhalt versehen haben.
00:07:16: Da war der Auftrag klar – Wir wollten eine Umgebung schaffen, indem wir uns persönlich mit unseren Vorlieben – und das sind philosophische künstlerische Spirituelle – zeigen können.
00:07:28: Unsere Gäste auf diese Reise, die wir selber eigentlich Im Verlauf unseres Lebens gegangen sind und noch weitergehen auf diese Reise mitnehmen.
00:07:36: Du beschreibst in Feuerberg ja alles eine Begegnung mit den elementaren Kräften der Natur, aber eben auch mit sich selbst?
00:07:42: Was passiert denn mit Menschen wenn sie es im Alltag herauskommen und Zeit in den Bergen oder hier oben auf der Gerlitzend verbringen?
00:07:49: Das ist eine gute Frage!
00:07:50: Der Feuerberg ist einmal eines nicht – das ist nicht unbedingt ein Kuschelort und nicht unbedingt nur so ein Relix-Ort sondern warum heißt der Feuerberg überhaupt Feuerberg?
00:08:02: Es ist die Übersetzung des alt-slavischen Namens Görlitze.
00:08:06: Also so wie der Berg heißt, Gorra ist der Berg, Lutsches Lichtgoräte brennen, Gorellitze Brandstätte.
00:08:11: also man könnte sagen da brennende Lichterberg, also Feuerberg und das Element Feuer steht für Veränderung.
00:08:18: Das ist das verändernde Element.
00:08:20: Es wärmt auch, aber alles Mögliche, aber es verändert und deswegen ist das eigentlich ein Stück weit den Ort der Transformationen.
00:08:27: Und Menschen die hier herauf kommen werden äußerlich und innerlich bewegt und es tut sich im guten Fall etwas auf, bisschen Inspiration und man geht eigentlich bereichert und wahrscheinlich auch ein wenig verändert nach Hause.
00:08:41: Also
00:08:41: du hast ja hier die Symbiose zwischen Aktivität, Wandern
00:08:44: etc.,
00:08:45: die ganzen Aktivitäten die man draußen tun kann hier oben und das Innere zur Ruhe kommen.
00:08:50: Wie gelingt denn diese Balance?
00:08:52: Ich würde fast meinen, dass sie bedingt sich also wenn du am Berg unterwegs bist.
00:08:56: Du hast es dir selber gemerkt, wenn du rauf fährst die Luft ist dünn.
00:09:00: Also man muss dich für jeden Schritt eigentlich doppelt anstrengen auch wenn man jetzt nur spaziert und in dem Augenblick wo man sich körperlich in Bewegung bringt und eigentlich ein bisschen Mühe dafür aufwenden muss.
00:09:11: im gleichen Augenblick werden die Gedanken ruhig Und eigentlich bedingt sich das sehr, sehr gut.
00:09:17: Also äußerliche Bewegung, innere Ruhe... Und einen Rhythmus finden zwischen Aktivität und dann, wenn man zur Ruhe kommt auch wirklich loslassen können.
00:09:27: Und auch ein wenig dieses genieserische Miteinfliessen lassen können.
00:09:31: also wir sind kein Kloster heroben.
00:09:33: es ist ein sehr sehr genussvoller Ort.
00:09:35: so wie die Berge auf den Bergen gibt's die Kreuze im fernen Osten sind die Berger der Orte der Götter und gleichzeitig heißt auf der Alben gibts Kasynt.
00:09:45: Also genussfohle Leiblichkeit Geistige Entwicklung, also Bewegung in aller Form.
00:09:52: Da oszillieren wir als Menschen dazwischen und an dem Ort kann man das besonders gut.
00:09:57: Was macht an einem Berg deiner Meinung nach zum Kraftort?
00:10:00: Sind's die Höhe, die Weite oder ist es etwas weit weniger augenscheinlich
00:10:04: ist?
00:10:05: Das sage ich aber gar nichts dazu!
00:10:06: Dass übersteigt komplett unsere Kräfte und unser Wissen und all das was wir erfahren können.
00:10:14: Ich glaube dass es ein ganz großes Geheimnis ist
00:10:17: Und das nur der Berg kennt.
00:10:19: Und eigentlich, wir kommen in den Genuss von natürlichen Kräften und wenn wir aufmerksam sind und fühlig und spüren diese Kräfte wahrzunehmen dann machen sie mit uns was oder wir rauschen einfach nur drüber und dann hilft auch das tolle Naturangebot nichts weil wir nicht offen sind.
00:10:38: Spürst
00:10:39: du die Kräfe nach vierzig Jahren immer noch?
00:10:42: Ja, wenn ich jetzt draußen ... Wir können nachher dann kurz raus auf unsere Terrasse gehen.
00:10:48: Und wenn ich rausgehe, dann schaue ich mal in die Weite.
00:10:52: Ich trinke quasi die.
00:10:53: Ich bade in der Weite!
00:10:54: Das ist eine Augenweide, wenn man das Wort so auseinanderdividieren will und wenn ich dann wieder runterfahre, merke Oder runterfahren will, dann geh ich nochmal auf die Terrasse.
00:11:05: Dann drehe ich mich noch mal um und noch ein zweites Mal und da drittes Mal!
00:11:08: Und dann gehe ich wieder raus jeden, dann freu' ich mich die Gäste ob ich mir niemanden leisten kann der jättet.
00:11:12: Das mache ich so gerne weil ich einfach draußen bin und das so genießen kann auch nach vierzig Jahren.
00:11:18: Ihr habt's
00:11:19: glaube ich im Jahr sechstellige Besucher innen zahlen wenn ich das vor einen richtigen
00:11:23: Tag?
00:11:23: Nein, nicht pro Jahr, das ist im Summe.
00:11:26: also wir haben schon sehr viele Nächte.
00:11:29: Also wenn ich die Nächten zusammenzähle sind man nicht weit weg davon.
00:11:32: ja
00:11:33: Da muss ich sagen, ich habe noch nie einen Geschäftsführer erlebt.
00:11:35: Der so entspannt wirkt wie du.
00:11:37: Also der Berg, der muss ja ganz offensichtlich etwas mit jemandem machen also vor
00:11:43: allem mit dir.
00:11:47: Er zwingt uns, um es weiter zu bewegen.
00:11:50: Also ich habe, wie ich in der Unternehmensberatung war und mich wieder entschieden habe, raufzukommen.
00:11:54: Da dachte ich mir, wenn ich ein Hotel mache dann eigentlich nur mein Wellness-Hotel, weil... Ich war vorher gerne in guten Wellnesshäusern, weil das ist alles so entspannend.
00:12:03: Natürlich ein völliger Blödsinn, wenn man den Betrieb führt!
00:12:05: Wir haben zwei Hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
00:12:09: Wir sind nicht zehn Tage im Jahr offen, wir haben Sturm.
00:12:12: Wir haben Schnee, Starkregen und Hitze.
00:12:15: Wir kämpfen auch mit der Auffahrt.
00:12:17: Der Berg fordert in all seinen Facetten und gleichzeitig diese bedörenden Schönheiten.
00:12:25: Das Erhabene des Berges.
00:12:28: In diesem Wechselspiel werden wir voll gefordert.
00:12:31: Und das bringt uns als Mensch weiter.
00:12:33: Ich bereue es nicht, dass ich zurückgekogeln.
00:12:36: Das glaube ich sofort.
00:12:38: Was ist dir denn wichtig damit aus dem Aufenthalt hier, dass der nicht nur ein Aufenthall bleibt sondern zu einer Erfahrung wird?
00:12:46: Ja das ist was ganz ganz ganz besönliches von uns selber.
00:12:50: also wie meine Frau Isabella und ich wir haben uns wieder entschieden haben raufzukommen und haben gesagt eben Wellness Hotel.
00:12:55: aber wir wollten etwas machen mit dem wir zeigen, was uns selber wichtig ist.
00:13:03: Das ist früher kurz gesagt Musik, das ist Spiritualität, das is Philosophie und selbst Erfahrung.
00:13:08: Es hat auch therapeutische Aspekte bekommen aus der Existenzanalyse heraus, wie die Franklin-Schule.
00:13:16: Und so gesehen war uns eigentlich wichtig, etwas Geistvolles zu
00:13:20: machen.".
00:13:21: Also ich kann sagen was und was wir überhaupt nicht wollten.
00:13:23: Wir wollten keine Abrischi, Halligalli und all diese Dinge.
00:13:27: Wir haben ein Konzertsauna gebaut wo wir alle stunden klassische Konzerte abspielen.
00:13:32: Wir hatten ausgewählte Literatur im Haus, wir haben einen Musikkonzept wodurch alle Räume persönlich ausgewählt die Musik geht und nicht dieses Wellenistralala mit den zwei Stufen maximal drei Das weiterzugeben, auch in der Arbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
00:13:51: Wenn wir diese Mönche philosophen und diese speziellen Gäste einladen dann arbeiten die ja auch mit uns selber.
00:13:57: Wir versuchen innerhalb... des Hauses GFK, also die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg zu pflegen.
00:14:06: Also viele Dinge, die für Gäste und Mitarbeiter gleichsam dahingehend wirken, dass wir uns als Menschen weiterentwickeln können.
00:14:13: Das ist ein bisschen der dahinterliegende Auftrag den wir eigentlich für uns so definiert haben.
00:14:19: aber nicht zu missionieren, nicht vordergründig, nicht plumbt mit dem Zeigefinger einfach aus Angebot und in ganz vielen verschiedenen Facetten
00:14:28: Ein Angebot, das ja den Zahlen nach vielen Menschen annehmen.
00:14:32: Aber warum glaubst du wächst denn die Sehnsucht nach Orten wie diesen, an denen wir immer wieder langsamer werden können?
00:14:38: Hast du dann über die letzten vierzig Jahre gemerkt dass irgendwie die Nachfrage gestiegen ist, dass vielleicht der Stress in unser aller Leben präsenter wird?
00:14:48: Also wenn wir beide jetzt auf unser Leben schauen, du auf deiner Sicht, ich habe ein paar Jahre länger am Buckel, meine Diplomarbeit noch auf der Schreibmaschine geschrieben.
00:14:55: Das war gerade die Grenze zum... Bergluft
00:14:58: scheint jung zu halten.
00:15:00: Was sich verändert hat ist was ich so überblickt eine dramatische Steigerung der Außenorientierung.
00:15:11: also es blinkt heller, es wird lauter und schneller rund um uns herum.
00:15:17: Das bringt uns natürlich, es ist sowieso schon schwer von einer Welt die so reichhaltig ist den Blick abzuwenden und ein Stück nach innen zu schauen.
00:15:26: Aber je mehr Zirkus um einen rundherum ist, je mehr man über diesen Zirkusten jetzt mit allen digitalen Möglichkeiten auch in einem Wettbewerb, eine Vergleichbarkeit eigentlich mit der ganzen Welt dritt desto mehr wird man eigentlich angetrieben.
00:15:40: Und wenn man auf den Berg kommt, so ist das eine Möglichkeit sicher ein bisschen aus diesem ganzen Strudel raus zu bewegen und da helfen wir dabei.
00:15:48: Das ist auch ein Stück weit unsere Aufgabe.
00:15:49: Die ersehnte Auszeit zu finden.
00:15:52: Kärnten steht ja für Auszeit auf kärntnerisch und die besondere Verbindung von Bergen, Seen- und Lebensqualität.
00:15:58: Stichwort Leilossen habe ich richtig ausgebrochen.
00:16:01: Bist du ziemlich nah dran?
00:16:02: Ich bin schon
00:16:03: fast im Kärntenerischen.
00:16:04: Warum passt diese Philosophie denn so gut zum Feuerberg?
00:16:10: Ja, also wir sagen Auszeit, Natur, Bewegung, gesunde Ernährung.
00:16:18: Das sind alles Dinge neben diesem Geistigen die darauf hinwirken dass wir uns wieder besser finden gestärkt in den Alltag zurückkehren können.
00:16:32: Und wir arbeiten hierherum schon viele, viele Jahre lang.
00:16:35: Ich glaube ich habe vor fünfzehn Jahren damit begonnen mit einem Projekt das haben wir damals zwanzig-fünfundzwanzig genannt unsere Lieferantenkette komplett umzustellen.
00:16:45: Wir sind von den Großlieferanten eigentlich weggegangen und haben über hundert bayerliche Lieferanden Das ist für ein Betrieb unserer Größenordnung einzigartig und haben die gepflegt, über Jahre hinweg aufgebaut.
00:16:56: ganz ein schwieriger Prozess was wir die Mengen, die wir brauchen überhaupt herbekommen.
00:17:00: Aber mit dieser Qualität und diesem Beitrag eigentlich auch zu einer Kreislaufwirtschaft im Land, mit dem beginnt die Kärntner oder auszeitauf-kärntener ist glaube ich.
00:17:10: Weil da ist man ehrlich, da ist mal wahrhaft authentisch jeder ein bisschen anders, jeder mit anderen Spezialitäten in jedem Tal ein bisschen anderes.
00:17:18: Da gibt es keine McDonald's Standards.
00:17:20: Das muss man anders definieren kommt das an eine inneren Berufung heraus und das macht man eigentlich nicht um das Geschäftswillen Sondern wenn man das als inneren Auftrag und alles was Gutes empfindet, dass man machen möchte.
00:17:34: Die Zeit ist jetzt schon etwas vorangeschritten.
00:17:35: Meinen Gast nach ein paar Tagen hier am Berg wieder nach Hause fährt?
00:17:38: Was würdest du dir denn wünschen, dass von dieser Auszeit bleibt?
00:17:47: Da muss ich noch denken... Ich habe mir über das ganz ehrlich überhaupt nie Gedanken gemacht!
00:17:55: Eben immer nur Gedanken gemacht, was können wir
00:17:57: geben?!
00:17:59: Was möchtet ihr denn mitgeben?
00:18:01: Und wenn...?
00:18:02: Ins Gepäck nach Hause.
00:18:02: Ein Stück
00:18:03: weit Inspiration mitgeht, die Möglichkeit des Andersseins sich auftut aus diesen Rillen des Alltags auszubrechen.
00:18:14: vielleicht das war ja früher mal wann dass die Wanderjahre das waren.
00:18:17: eigentlich im Wort also die Wandern sind in der Urform des Reisens und im Wort wandern steckt Wandel drinnen.
00:18:26: Und wenn ich jetzt sage, wenn ich ein bisschen verwandelt nach Hause komme, dann ist es vielleicht das.
00:18:33: Wo mir ein Lächeln über das Gesicht huscht und man sagt ja schön, vielleicht haben wir da was mithelfen können, dass dann das Leben wieder gut gelingen kann.
00:18:41: Zum Abschluss noch eine ganz persönliche Frage.
00:18:45: Gibt es ein Ritual oder einen Ort hier im Feuerberg?
00:18:47: Du hast vorhin von der Terrasse, die wir uns gleich anschauen werden erzählt an dem du selbst immer wieder spürst.
00:18:52: genau deshalb liebe ich diesen Ort.
00:18:56: Ja
00:18:57: Es ist diese Terrasse, es ist diese Weite.
00:18:59: Es ist der Blickchen und da ist auch... Wenn ich ein bisschen hinausgehe.
00:19:02: wie haben wir die Wälder um uns herum auch ein bisschen gestaltet?
00:19:06: Atemweg, Chigong-Weg, einen Vaterphilosofen haben wir eingerichtet im Silberwald unten.
00:19:12: Und wenn ich da reingehe und ich höre nur ein bisschen das Rauschen bei Bäume Ah!
00:19:17: Herrlich den Duft Am besten wenn's ein bisschen geregnet hat Das ist eigentlich dann braucht man nicht mehr viel.
00:19:23: Der Regen ist uns heute glaube ich nicht mehr vergönnt.
00:19:26: Lieber Erwin, herzlichen Dank für dieses inspirierende Gespräch.
00:19:29: Es scheint als würde ein Berg tatsächlich alle fündig werden.
00:19:31: Der Rückzug in Höhen ermöglicht die Rückkehr zu uns selbst mit etwas mehr Ruhe Weite und Klarheit im Gepäck Und vielleicht liegt genau darin die besondere Kraft der Berge.
00:19:41: Sie verändern nicht nur unseren Blick auf die Welt sondern manchmal auch auf uns selbst.
00:19:44: In diesem Sinne bis zum nächsten Mal
00:19:46: Danke.
00:19:47: Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, freue ich mich wenn Sie diesen Podcast
00:19:51: abonnieren
00:19:52: teilen oder mir Ihre Gedanken dazu hinterlassen.
00:19:55: Vielen Dank fürs Zuhören!
00:19:56: Bis bald und auf Wiederhören.